{"id":41001,"date":"2023-11-14T09:17:03","date_gmt":"2023-11-14T09:17:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.legumehub.eu\/?p=41001"},"modified":"2023-11-14T09:17:03","modified_gmt":"2023-11-14T09:17:03","slug":"legume-generation-wissenschaft-und-pflanzenzuechtung-arbeiten-gemeinsam-an-der-naechsten-generation-von-leguminosen-zur-verringerung-der-eiweissluecke-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legumehub.eu\/de\/allgemein\/legume-generation-wissenschaft-und-pflanzenzuechtung-arbeiten-gemeinsam-an-der-naechsten-generation-von-leguminosen-zur-verringerung-der-eiweissluecke-in-europa\/","title":{"rendered":"Legume Generation: Wissenschaft und Pflanzenz\u00fcchtung arbeiten gemeinsam an der n\u00e4chsten Generation von Leguminosen zur Verringerung der Eiwei\u00dfl\u00fccke in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Wir brauchen in Europa bessere Leguminosen (Schmetterlingsbl\u00fctler, auch Eiwei\u00dfpflanzen genannt), damit LandwirtInnen den Bedarf an pflanzlichem Eiwei\u00df decken und eine Eiwei\u00dfwende unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund trafen sich k\u00fcrzlich 50 WissenschaftlerInnen und Pflanzenz\u00fcchterInnen am Leibniz-Institut f\u00fcr Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben\/Deutschland. Sie sind Mitglieder des Konsortiums \u201eLegume Generation\u201c, das k\u00fcrzlich von der Europ\u00e4ischen Union und dem Vereinigten K\u00f6nigreich mit 7 Millionen Euro gef\u00f6rdert wurde. Der Gesamtwert des neuen Projekts betr\u00e4gt 8,6 Millionen Euro. Das Ziel des von September 2023 bis Februar 2028 laufenden Projektes Legume Generation ist die Verringerung des europ\u00e4ischen Proteindefizites, indem die Z\u00fcchtung von Leguminosen gef\u00f6rdert wird, die die europ\u00e4ische Landwirtschaft produktiver und rentabler macht. Das Konsortium wird von Dr. Lars-Gernot Otto am IPK und von Dr. Donal Murphy-Bokern geleitet, der auch wissenschaftlicher Berater von Donau Soja ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Den Pflanzenz\u00fcchtern den Vortritt lassen<\/h2>\n<p>Dem Legume Generation Konsortium geh\u00f6ren 32 Partner aus 16 L\u00e4ndern an, darunter Neuseeland und die USA. Sie betreiben mehr als 40 Z\u00fcchtungsprogramme und vorkommerzielle Z\u00fcchtungsforschung f\u00fcr Leguminosen. In dem Projekt b\u00fcndeln Z\u00fcchterInnen ihre Kr\u00e4fte mit Europas f\u00fchrenden Forschungseinrichtungen in diesem Bereich, um die Z\u00fcchtung von Sojabohnen, Lupinen, Erbsen, Linsen, Gartenbohnen und Klee zu f\u00f6rdern. Damit werden die EU-Strategien vom Hof zum Teller und zur Unterst\u00fctzung der Biodiversit\u00e4t unterst\u00fctzt. \u201eIm Projekt wird die Pflanzenz\u00fcchtung durch unsere Genbank unterst\u00fctzt, um das Potenzial der Genetik f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft zu nutzen. Leguminosen sind ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger landwirtschaftlicher Systeme, und dieses Projekt erm\u00f6glicht es uns, zur Entwicklung verbesserter Sorten beizutragen\u201c, sagt Dr. Otto. \u201eWir m\u00fcssen neue Verbindungen zwischen f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Pflanzenforschungseinrichtungen und den Pflanzenz\u00fcchterInnen schaffen. Denn davon h\u00e4ngt die Verbesserung der landwirtschaftlichen Kulturen ab. Wir werden die Art und Weise, wie die Leguminosen-Z\u00fcchterInnen durch die Forschung unterst\u00fctzt werden, zum Nutzen der europ\u00e4ischen LandwirtInnen, der Umwelt und unserer Gesundheit ver\u00e4ndern&#8221;, fasst Dr. Donal Murphy-Bokern die kommenden Jahre zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Leguminosen sind gut f\u00fcr unsere Gesundheit und die Umwelt<\/h2>\n<p>Angesichts der Klimakrise, des R\u00fcckgangs der Artenvielfalt und der Vorteile pflanzlicher Lebensmittel sind Pflanzen aus der Familie der Leguminosen gut f\u00fcr unsere Gesundheit und f\u00fcr unseren Planeten. K\u00f6rnerleguminosen binden Stickstoff aus der Luft und liefern uns die eiwei\u00dfreichen Samen, die wichtig f\u00fcr eine gesunde und nachhaltige Ern\u00e4hrung sind. Die Produktionssteigerung in Europa macht die landwirtschaftlichen Systeme vielf\u00e4ltiger, widerstandsf\u00e4higer und nachhaltiger. Leguminosen-Bl\u00fcten sind auch eine Quelle von Pollennahrung f\u00fcr Insekten. Au\u00dferdem sind die Kleearten f\u00fcr eine nachhaltige Gr\u00fcnlandbewirtschaftung sehr wertvoll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Eiwei\u00dfl\u00fccke in Europa schlie\u00dfen<\/h2>\n<p>Trotz aller Vorteile und der Notwendigkeit, die Art und Weise, wie wir Eiwei\u00df produzieren und nutzen, zu \u00e4ndern, werden Leguminosen von den europ\u00e4ischen LandwirtInnen relativ selten angebaut und machen nur 2-3% der Anbaufl\u00e4che aus. Dies liegt zum Teil daran, dass private Investitionen in die Z\u00fcchtung von Leguminosen wenig rentabel sind. Das Legume Generation Konsortium geht dieses Problem an, indem es neue Strukturen f\u00fcr die Zusammenarbeit zwischen der Leguminosen-Z\u00fcchtung und der \u00f6ffentlichen Forschung schafft. Es stellt sechs artenspezifische Innovationsgemeinschaften in den Mittelpunkt der Bem\u00fchungen f\u00fcr die Verbesserung von Leguminosen. Jede Innovationsgemeinschaft wird zum Nutzen der Z\u00fcchterInnen genetische Ressourcen, Fachwissen in den Bereichen Datenmanagement, Genetik und Tests zusammenf\u00fchren und sich auf die Z\u00fcchtung ihrer Pflanzenart konzentrieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Legume Generation ist ein Beitrag zur europ\u00e4ischen Eiwei\u00dfwende<\/h2>\n<p>Die Art und Weise, wie wir Eiwei\u00df anbauen und verwenden, hat Einfluss auf die Welt. Die europ\u00e4ische Landwirtschaft wird von st\u00e4rkereichem Getreide dominiert, das zu einem Gro\u00dfteil f\u00fcr Tierfutter verwendet wird. Damit wird eine Ern\u00e4hrungsweise gef\u00f6rdert, die reich an tierischen Lebensmitteln ist. Dieses hochproduktive landwirtschaftliche System mit einem gro\u00dfen Viehhaltungssektor in der EU und im Vereinigten K\u00f6nigreich verbraucht etwa zehn Millionen Tonnen Stickstoffd\u00fcnger (aus Erdgas) und das \u00c4quivalent von etwa 35 Millionen Tonnen eiwei\u00dfreichem Soja, das gr\u00f6\u00dftenteils importiert wird. Die sich daraus ergebenden Umweltprobleme sind in hohem Ma\u00dfe darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass viele Europ\u00e4er tierische Lebensmittel in Mengen konsumieren, die weit \u00fcber den \u00f6ffentlichen Ern\u00e4hrungsempfehlungen liegen. Eiwei\u00df besteht zu etwa 16% aus Stickstoff. Ein sehr gro\u00dfer Teil davon geht bei der F\u00fctterung von Tieren verloren. Deshalb f\u00fchrt ein hoher Verbrauch von tierischen Nahrungsmitteln zu einer Vielzahl von Stickstoffproblemen (Nitrat, Ammoniak und Lachgas), die eine Herausforderung f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung unserer Agrar- und Ern\u00e4hrungssysteme darstellen. Zus\u00e4tzlich blockiert der hohe Fl\u00e4chenbedarf andere Nutzungen wie die Wiederherstellung von Naturr\u00e4umen, und er treibt direkt oder indirekt die Ver\u00e4nderung der Fl\u00e4chennutzung (z. B. Entwaldung) voran. Wie wir k\u00fcrzlich gesehen haben, ist unser Agrar- und Ern\u00e4hrungssystem auch anf\u00e4llig f\u00fcr Ersch\u00fctterungen durch Konflikte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Mehr Leguminosenanbau hat einen doppelt positiven Effekt<\/h2>\n<p>Die Steigerung des Leguminosenanbaus in Europa ist Teil einer zweigleisigen L\u00f6sung. Sie diversifiziert die Pflanzenproduktion und verringert die Abh\u00e4ngigkeit von Stickstoffd\u00fcnger. Gleichzeitig steht die Steigerung der Produktion von K\u00f6rnerleguminosen f\u00fcr Lebensmittel im Einklang mit der wachsenden Nachfrage nach proteinreichen Lebensmitteln auf pflanzlicher Basis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-41022 size-large\" src=\"https:\/\/www.legumehub.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/MicrosoftTeams-image-7-1024x138.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/www.legumehub.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/MicrosoftTeams-image-7-980x132.png 980w, https:\/\/www.legumehub.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/MicrosoftTeams-image-7-480x65.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Anfragen, Interviews und Fotos:<\/h2>\n<p>Dr. Donal Murphy-Bokern<\/p>\n<p>Wissenschaftlicher Koordinator Legume Generation Projekt<\/p>\n<p>Wissenschaftlicher Berater von Donau Soja<\/p>\n<p>Mobil: +49-160-92792475<\/p>\n<p>E-Mail: <a href=\"mailto:donal@murphy-bokern.com\">donal@murphy-bokern.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr Lars-Gernot Otto<\/p>\n<p>Legume Generation project coordinator<\/p>\n<p>Leibniz Institute of Plant Genetics and Crop Plant Research (IPK)<\/p>\n<p>Telephone:+49-39482-5685<\/p>\n<p>Mobile: +49-178145-7395<\/p>\n<p>E-mail:\u00a0<a href=\"mailto:ottol@ipk-gatersleben.de\">ottol@ipk-gatersleben.de<\/a><\/p>\n<p>Website:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ipk-gatersleben.de\">www.ipk-gatersleben.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Fotocredit:<\/h2>\n<p>J.-S. Himpe, Leibniz-Institut f\u00fcr Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir brauchen in Europa bessere Leguminosen (Schmetterlingsbl\u00fctler, auch Eiwei\u00dfpflanzen genannt), damit LandwirtInnen den Bedarf an pflanzlichem Eiwei\u00df decken und eine Eiwei\u00dfwende unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund trafen sich k\u00fcrzlich 50 WissenschaftlerInnen und Pflanzenz\u00fcchterInnen am Leibniz-Institut f\u00fcr Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben\/Deutschland. 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